Affären

Affären stürzen beide Partner in eine Krise

Affären stürzen beide Partner in eine Krise

“Wie konntest du mir das nur antuen? Wenn du wenigstens nicht auch noch gelogen hättest! Ich fühle mich, als ob du mir den Boden unter den Füssen weg gezogen hast” Britta weint. War seit Tagen nicht mehr auf der Arbeit. Die Kinder sind bei den Großeltern.

“Ich kenn mich selber nicht wieder. Gestern bin ich ihr tatsächlich heimlich hinterher gefahren. Ich kann an nichts anderes mehr denken, als an sie und diesen Typen. Ich kotz mich selber an.” Markus war ein gestandener Mann. Nun hat er alles verloren. Seine Selbstachtung, seine Identität und das Gefühl jemand besonderes zu sein.

Definition einer Affäre

Die Entdeckung einer Affäre stürzt wahrscheinlich beide Partner in einen emotionalen Wirbelsturm. Der verletzte Partner leidet unter starken Verlustgefühlen, der untreue Partner wird zerrissen von widersprüchlichen Gefühlen und beide müssen entscheiden, wie es für sie weiter gehen kann. Trotz des dramatischen Belastungspotential einer Affäre, kann deren ehrliche Aufarbeitung eine Beziehung wieder auf gesunde Füße stellen und stärker machen als sie je war.

Mögliche Hintergründe für Affären                                                                 Was können Sie daraus lernen?
Die Konfliktvermeider: sind ein schönes Paar. Sie streiten nie und gelten als Vorzeigepaar bei Ihren Freunden. In Wirklichkeit haben sie große Angst, dass aus einem Konflikt ein Kontrollverlust wird oder sie gar verlassen werden. Beide können nicht gut über Gefühle und Schmerz reden. Unmut wird zwar vorsichtig geäußert aber zur richtigen Auseinandersetzung kommt es nicht. Es wird alles getan, damit der Alltag reibungslos läuft. Die störenden ” Kleinigkeiten” wachsen unter dem Teppich. Die Affäre ist meist nur kurz. Nehmen Sie sich ernst! Die Kleinigkeiten zu denen Sie gelernt haben, nicht so viel Aufhebens zu machen, sind wichtig. Werden Sie gesund egoistisch und pfeifen Sie auf die nette Fassade. Statt dessen gilt: üben, üben, üben zu äußern was Sie stört! Sagen Sie sich ‘ich habe ein Recht so zu fühlen oder dies zu brauchen und es ist wichtig dass ich es äußere!’
Die Intimitätsvermeider: haben Angst davor, einander wirklich näher zu kommen. Hier wird häufig gestritten, gerne auch mit Türen geknallt und Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung. Die Partner verwechseln Nähe mit emotionalem ‘Erdrückt werden’. In den Herkunftsfamilien ging es wahrscheinlich chaotisch zu, oder ein Elternteil war Alkoholkrank oder übergriffig. Oft haben beide Partner Affären und geben einander die Schuld daran. Intimität ist mit Schmerz verbunden. Und nach einer leidenschaftlichen Versöhnung beginnt oft der gleiche Kreislauf. Statt die Energie in einen Streit zu geben, können Sie beginnen Ihren versteckten Gefühle nach zu spüren. Sie werden Verlassensängste entdecken und können dann lernen, diese auszuhalten. Sie sind nicht mehr das kleine Kind von damals. Üben Sie, diese Ängste mitzuteilen statt vor ihnen davon zu rennen. Verzichten Sie auf ‘Abstandshalter’
Die Aufopfernden: stellen eigene Gefühle und Bedürfnisse hinten an. Tuen, was von Ihnen erwartet wird, oder was Sie glauben, was andere erwarten. Schon als Kind lernen Sie, ihre tiefen Gefühle zum Wohle (meist) der Miutter zu unterdrücken. Sie sehnen sich insgeheim nach Leidenschaft. Wenn sie sich trennen, wird oft die Familie vermisst, zurück gezogen um wieder auszuziehen. Affären sind lang, leidenschaftlich. Gut dastehn, eine schöne Fassade war Ihnen wichtig. Vergessen Sie’s! Keine Notlügen mehr, sondern Ehrlichkeit – Ja, Sie haben Angst vor Zurückweisung, aber trotzdem. Halten Sie emotional nicht mehr zurück, hören Sie auf, Ihren Partner unterschwellig zu manipulieren und schauen Sie nach, welche Seiten Ihrer Persönlichkeit in der Beziehung zu kurz gekommen sind. Geben Sie nicht dem Partner die Schuld dafür, auch wenn er/sie als kontrollierend und einengend erscheinen mag.
Die Sexsüchtigen: haben häufig Affären und benutzen Sex, um den inneren Schmerz oder die inner Leere zu überdecken. Hier geht es um Verführung und die Jagd, ohne eine Nähe zu erlauben. Gründe dafür sind oft schwere Vernachlässigung und/oder sexuelle Übergriffe in der Kindheit. Häufig ist der Partner ko-abhängig und macht es dem Sexsüchtigen leicht, in dem er /sie die Fassade nach außen wahrt und das Fremdgehen erträgt. Die größte Herausforderung, sowohl für den Betroffenen als auch Ko-Abhängigen, ist das Eingeständnis, dass eine Sucht bzw. Ko-Abhängigkeit besteht. Wenn beide beginnen Geheimnisse zu lüften, die Wahrheit ans Licht kommen lassen, haben beide die Chance sich ihren tiefen Wunden zu stellen.
Ich bin dann mal weg: die Affäre wird benutzt um eine Beziehung zu beenden die schon lange tod ist. Deshalb kommt sie auch relativ schnell raus. Die Affäre wird zwar als Grund vorgeschoben aber beide Partner vermeiden dadurch, sich mit den wirklichen und auch eigenen Anteilen am Scheitern auseinander zu setzen. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie wieder zusammen kommen werden. Sollten Sie sich einreden, dass der Affärenparter Ihre wahre Liebe ist, ist es trotzdem gut, sich klar darüber zu werden, was dazu geführt hat, dass die alte Beziehung gestorben ist. Und wieso Sie eine Affäre benutzen, um dem Partner vom Ende der Beziehung zu berichten.