Pornografie- und Sexsucht - Andrea Schaal
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Onanieren macht blind! Heute lachen wir über solche Versuche, uns von den Freuden unter der Bettdecke fern zu halten.

 

Aber wussten Sie, dass Internetpornographie blind macht? Wir sind blind für die Macht und Gefahr, die in ihr steckt. Porno kann unser Gehirn nämlich tatsächlich verändern. Indem sie uns sexuelle Stimulation, gekoppelt mit direkten Belohnungsgefühlen verschafft. Ein gefährlicher Cocktail, denn ohne dass wir es merken, lernt das Gehirn im Hintergrund, neue Reize (Computer) mit Erfahrungen (sexueller Befriedung) und Handlungen (wie Computer einschalten, Maus klicken) zu verbinden.

 

Wer will sich da noch großartig um Atmosphäre, die Wünsche eines Anderen, oder gar um’s ausziehen kümmern, wenn es doch so viel einfacher geht?

 

Die Gefahr

liegt nicht in dem Inhalt der Pornographie sondern in der Beziehung, die der Nutzer zu ihr entwickelt. Und dass diese Beziehung leicht aus dem Ruder laufen und Suchtcharakter annehmen kann, davon steht nichts auf der Packung, sprich Site.

 

Das Besondere bei Internetporn ist ihre intermittierende Verstärkung. D.h. der Nutzer weiss nie genau, wie viele Bilder/Filme es bis zum Orgasmus braucht. Das ist jedesmal unterschiedlich. Diese unvorhersehbare Belohnung/Verstärkung macht unser Verhalten so hartnäckig (wie bei Spielautomaten). Mutet es nicht seltsam an jemand sagen zu hören: “Ich kann es kaum erwarten wieder online zu sein.”, “Nichts hat mir je so gute Orgasmen beschert.”, “Ich verbringe Stunden damit.” Es klingt wie ein Lobgesang auf einen herrlichen Partner/IN. Leider erfährt der reale Partner/In nicht ganz so viel Aufmerksamkeit, Wertschätzung oder Sex. Vielmehr stehen eher Lügen, Verleugnen, Depression und Ärger im Raum.

 

Der Suchtfaktor

Der Nutzer kann die Schattenseiten von Porno einige Zeit leugnen aber die Nebenwirkungen werden nicht ausbleiben. Das Gehirn wird immer mehr nach der belohnenden “Droge” verlangen, “weil ich es verdient habe, ich arbeite so hart” oder als Abwehr von negativen Gefühlen wie Langeweile, Einsamkeit oder Machtlosigkeit. Die “Dosis” wird erhöht werden, entweder in Form von Zeit, die vor dem Rechner verbracht wird, durch härteren Inhalt oder Verbindung von virtuellen mit realen Kontakten.

 

Wirkung auf die Partner*in

Selten gehen starker Pornokonsum und glückliche Partnerschaft Hand in Hand, denn der Pornonutzer unterwandert Werte, die für eine glückliche Partnerschaft wichtig sind. Ehrlichkeit, Treue, Intimität, Respekt. Das sexuelle Interesse und die emotionale Verbindung gilt dem Porno. Und das tut weh.

 

Vorbereitung zur Heilung

  • Erkenne an, wie sehr Pornographie zum Problem geworden ist.
  • Mach dir klar, was wirklich wichtig in deinem Leben ist.
  • Mach dir klar, wovor du Angst hast – unsere Ängste führen oft zur Ambivalenz und untergraben die Motivation.
  • Übernimm Verantwortung für das was du tust.

 

Schritte aus der Pornosucht

  • Offenbare dich einer anderen Person mit dem vollen Ausmaß deines Problem
  • Gehe in eine Selbsthilfegruppe
  • Schaffe eine pornofreie Umgebung
  • Sorge dafür, dass du rund um die Uhr jemanden erreichen kannst wenn du Hilfe brauchst
  • Sorge gut für deinen Körper und arbeite an deiner emotionalen Gesundheit
  • Beginne, deine Sexualität zu heilen

 

Jeder Heilungsweg ist anders und doch gibt es allgemein gültige Anker.